Die coole Bodega Santa Clara – über Uta Gritschke, Weine, Kunst und Wildpflanzen.

Was früher die Sa Sifoneria war, ist heute die Bodega Santa Clara. Auch mit neuem Namen ist sie noch genauso cool und einzigartig wie eh und je. Was Uta neben dem leckeren Wein noch so zu bieten hat, erfahrt ihr im Interview.

Sa Sifoneria d’es casc antic – darunter findet man die Bodega Santa Clara bei Facebook. Uta Gritschke findet man vor Ort: In der Calle Santa Clara 4, in der Altstadt von Palma, Dienstag – Samstag, von 18:00-21:00 Uhr. Sie postet auf Mallorquín und unterhält sich mit ihren Gästen und Besuchern genauso gerne auf der Inselsprache wie mit anderen auf ihrer Muttersprache Deutsch. Schon vor vielen Jahren ist sie als Kulturwissenschaftlerin und Kunstgeschichtlerin aus Berlin mit ihrem mallorquinischen Freund auf die Insel gekommen. Heute betreibt sie selbst die Bodega Santa Clara mit dem Wein von Can Novell.

Die Videoleinwand spielt Filme der 50er Jahre mit Drehort Mallorca, ein Plattenspieler sorgt für das passende Ambiente vergangener Zeiten. Es ist immer eine Freude, bei der Bodega vorbeizuschauen. Man plauscht mit Stammgästen, man trinkt ein Glas lokalen Wein oder Wermut, zu sehr moderaten Preisen, und lässt sich im Anschluss noch ein Fläschchen für den häuslichen Genuss abfüllen. Man sitzt auf Plastikkisten und staunt immer wieder über kleine Details, die man hier entdecken kann.

KM: „Der Wein von der Bodega Can Novell ist lecker und nicht überteuert. Erzähle uns etwas über die Bodega.“

Uta: „Die Bodega ist in Binissalem und ein typisches Familienunternehmen. Sie produzieren selbst und stellen einen traditionellen, lokalen Wein her. Man kann die Produktion vor Ort beobachten. Aber es geht etwas anders zu als bei anderen aufgehübschten Bodegas: Das ist Rock ’n Roll.“

KM: „Und die Leute mögen Euren Wein. Wer kommt denn so in die Bodega Santa Clara?“

Uta: „Ja, der Wein kommt gut an. Wir haben viele unterschiedliche Kunden und Gäste, Deutsche aber auch Mallorquiner. Sie trinken ein Gläschen oder kaufen Wein zum Kochen oder als Tischwein für Zuhause. Wohlhabenderes Publikum betrachtet unsere Weinpreise manchmal mit einer Mischung aus Verwunderung und Amüsement. Aber sie lassen sich schnell von der Qualität des Weins überzeugen. Man muss sich nur hineintrauen – und das sollte man – jeder ist herzlich Willkommen!

KM: „Neben Deiner Arbeit in der Bodega warst Du als Galeristin offizielles Mitglied der Galeristenvereinigung AIGAB und hast auch die Räumlichkeiten der Bodega für Deine Galerie „intersecció art“ genutzt.“

Uta: „Das stimmt. Ich habe 6 Jahre lang Ausstellungen hiesiger Künstler organisiert und kenne daher alle und jeden in der Szene. Dann war aber eine Zeit lang nicht mehr der richtige Moment für diese Kunst auf der Insel. Einige meiner Kolleginnen sind zu namenhaften Galerien gegangen, aber das konnte ich mir für mich nicht vorstellen. Einmal ist es mir sogar passiert, dass ein Mann vor einem der ausgestellten Objekte stand und es mit den Worten fotografierte: „Das zeige ich meiner Frau, dann macht sie das.“

KM: „Wird es jetzt keine Ausstellungen mehr in der Bodega Santa Clara geben?“

Uta: „Doch, ich werde die Ausstellungstätigkeit wieder aufnehmen und habe ein Ausstellungsangebot einer meiner Künstler angenommen. Ein Maler aus Berlin, Peter Fleischer Harkort. So wird man bald wieder in die Hinterzimmer der Bodega gehen und gute Gegenwartskunst sehen können.“

KM: „Darauf freuen wir uns! Mit Deinen Weinen bist Du nicht nur in der Bodega sondern jetzt auch auf dem Wochenmarkt in Santa Catalina…“

Uta: „Ich bin recht neu auf dem Markt und ich liebe es! Alle sind sehr freundlich und mit dem Käsestand von gegenüber verstehe ich mich besonders gut. Ich bin auf dem Markt von Dienstag bis Samstag, von 10:00 – 14:00 Uhr. Es ist eine gute Ergänzung zu der Bodega am Abend.“

KM: „Du bist sehr vielseitig, und das ist noch nicht alles. Welches Projekt verfolgst Du noch?“

Uta: „Ich widme mich den essbaren Wildkräutern, die es auf der Insel gibt. Ich mache das sehr gerne und ich interessiere mich für die Natur. Schon als Kind hat mir meine Mutter viel über essbare Wildpflanzen beigebracht und wir haben sie gesammelt und später verarbeitet. Als ich nach Mallorca kam, habe ich diese Touren mit meinem damaligen Freund zusammen gemacht. Ich kenne einige gute Plätze, wo man auf nur einem Feld bis zu 20 Pflanzen finden kann. Danach lasse ich mir Rezepte einfallen, um die Kräuter in der Küche zu verwenden.“

KM: „Du bietest auch Führungen an, die man buchen kann?“

Uta: „Ja, wir treffen uns in kleinen Gruppen und ich zeige und erkläre die essbaren Pflanzen.“

KM: „Das ist toll und passt perfekt in unsere Zeit. Viele interessieren sich ja – zum Glück- wieder für die natürliche Ernährung und für das Wissen der Natur.“

Deshalb freuen wir uns und sind stolz, Uta als neue Gastautorin ihrer Rubrik „EAT WILDER“ beim Kulturblog Mallorca an Bord zu haben. Kräuter-Interessierte können sich gerne an den Kulturblog wenden und erhalten den Kontakt der lieben Uta, um sich für eine Tour anzumelden.

 

 

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Uta Gritschke

 

 

Vielen Dank an Uta Gritschke, das war ein schönes und leckeres 😉 Interview. Wir kommen bald mal wieder vorbei – auf ein Gläschen Wein!

Autor: julia kaboth

Kultur und Kommunikation, reflektiert erleben und miteinander teilen.

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