Weihnachten und die Religiosität

Vielleicht besitzt nur die Kirche noch die Macht, die Menschen an das Erntedankfest zu erinnern und nicht an den Black Friday. 

„Geht ihr an Weihnachten in die Kirche?“ Hört man häufig. Und man fragt sich:

Hat Weihnachen überhaupt noch etwas mit Kirche oder Glauben zu tun? Und ist es schlimm, wenn nicht?

Wir sind in unserer Familie nicht religiös, unser Kind ist nicht getauft und dennoch legen wir Wert auf die kommenden Feiertage, auf Traditionen und Rituale. Aber gehört die Kirche auch dazu?

Eine Bekannte meinte zuletzt: „Aber ohne Religion und Kirche – Was? Dann sind wir doch alle Egoisten und leer… .“ Vielleicht ist es letztlich wirklich die Kirche, die es geschafft hat, diese Traditionen überhaupt zu schaffen und ist bis heute der wichtigste gesellschaftliche Faktor für Gemeinsamkeit. Immerhin gibt es kaum einen ruhigeren Ort als eine Kirche oder andere Gotteshäuser. Aller Lärm, alle Schnelligkeit bleibt draussen. Ein Ort zum Innehalten, zum Singen, zum Begegnen von Freunden und Nachbarn. Es stimmt schon, das kann uns die Kirche geben. Und vielleicht besitzt auch nur sie noch die Macht, die Menschen an das Erntedankfest zu erinnern und nicht an den Black Friday.

Aber gehe ich deswegen an Weihnachten nun in die Kirche? Meine Freundin und ich haben vor Kurzem den Heiligen Abend geplant und stellten fest: „Ach, die Messe wäre ja ganz schön zu sehen, auch mit den Kindern, aber es passt zeitlich einfach gar nicht. Dann wird es zu eng mit der Bescherung und das ist ja schliesslich wichtiger.“ Über uns selbst amüsiert witzelten wir dann: “ Naja, wir setzen eben die Prioritäten richtig und bringen unseren Kindern von Anfang an bei, was WIRKLICH wichtig ist.“

Danach habe ich mir überlegt: Wir versuchen es, wir gehen zur Weihnachtsmesse in die Kathedrale! Und ich freue mich, wenn wir befreundete Familien treffen, zusammen singen, die Kinder zusammen spielen und wir uns gegenseitig ein Frohes Weihnachtsfest wünschen können.

Notfalls gehen wir einfach früher und haben dann noch Zeit für die Bescherung 😉

BON NADAL

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Autor: julia kaboth

Kultur und Kommunikation, reflektiert erleben und miteinander teilen.

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